Schleifkottenbahn GmbH - Neue Impulse für den Schienenverkehr

Gewerkschafter sehen Politik für das Vorzeige-Projekt in Halver gefordert

HALVER(rk) Gel?nde f?r die Bahn vorhalten oder Fl?chen f?r die st?dtebauliche Entwicklung freigeben? Das ist der Zwist
zwischen der Schleifkottenbahn und der Stadt Halver. Ein Gutachten soll den Knoten zerschlagen helfen.
Die Bahnfl?chenentwicklungsgesellschaft (BEG) hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der Gutachter soll heute in Halver t?tig
werden, so die Informationen der WR. Ziel ist es ein Betriebs-und Logistikkorizept zu erstellen. Das soll Aufschluss dar?ber
geben, welche Fl?chen f?r den Bahnbetrieb ben?tigt werden. Das best?tigte Barbara Eickelkamp von der BEG auf mehrmalige
Nachfrage gestern.
F?r Friedrich-Wilhelm Kugel, Gesch?ftsf?hrer der Schleifkottenbahn,“sind die Brachfl?chen „totes Kapital“. Durch innovative
Technik beim G?terumschlag will Kugel Arbeitspl?tze in der Region schaffen. So steht es als Unternehmenszweck auch im
Handelsregister. Ein Vorzeigeprojekt soll die Bahnstrecke zwischen Halver und Oberbr?gge sein.
Ein Lenkungsausschuss soll die Sache voranbringen. Ihm geh?rt auch Norbert Schilff, Betriebsratsvorsitzender der DB Netz AG
und Bevollm?chtigter der Gewerkschaft Transnet in Dortmund an. Cargo Sprinter, die die Deutsche Bahn aufs Abstellgleis
geschoben hatte, hatten Schilff „auf die Palme gebracht“.
Die leichten und flexibel einsetzbaren Fahrzeuge, die die Bahn AG vor sich hingammeln lasse, seien mit dem „Container-Lift“,
den Kugel entwickelt hat, ein „gutes Konzept“, so Schilff.
Prognosen gingen davon aus, dass der G?terverkehr in den n?chsten zehn Jahren um 60 Prozent wachse. Das sei nur ?ber die
Schiene zu bew?ltigen, sind sich Verkehrsexperten einig. Schilff: „Das ist aber nicht ohne Vorzeigeobjekt machbar.“
In der Nutzung noch bestehender Bahnstrecken sieht ein Transnet-Vertreter wie Kugel eine Chance, neue Arbeitspl?tze in der
Region zu schaffen. Der Gewerkschafter will nicht unternehmerisch t?tig werden, aber helfen, T?ren zu ?ffnen. F?r Schilff ist
klar: „Die Politik ist gefordert.“

„Konzept ?berzeugt“

Wie weit die Gleise liegen bleiben m?ssen, soll jetzt ein Gutachten kl?ren, das die BEG in Auftrag gegeben hat.
Und bei dessen Ergebnis geht es nicht nur um die Politiker oder B?rgermeister vor Ort. „So etwas geht nur mit Beteiligung
?ber?rtlicher Politik“, sagt der Transnet-Bevollm?chtigte: „Da wollen wir was tun.“
Eine gute Chance in Sachen Bahn auch in Halver etwas in Bewegung zu bringen, sieht Schilff in der Reaktivierung der
Bahnstrecke Br?gge-Gummersbach. Dann stehe die Region im Blickpunkt der ?ffentlichkeit.
Schilff glaubt, dass die Schleifkottenbahn dann endlich die Cargo-Sprinter bekommt und ihr Vorzeige-Projekt in Halver
umsetzen kann. Das Konzept, meint er, m?sse auch den Gutachter ?berzeugen.

Quelle: WESTF?LISCHE RUNDSCHAU


Regionale Anbieter könnten den Güterverkehr auf der Schiene fördern

Diskussion brachte Ergebnis: noch fehlen Kundschaft nebst Bahnanbieter in der Region

MEINERZHAGEN – „Wir brauchen mehr G?terverkehr auf der Schiene.“ Auf diese Formel einigten sich Podium und Besucher einer
Informationsveranstaltung schnell. Wie und wann mehr G?terverkehr auf der k?nftig reaktivierten Bahnstrecke zwischen
Gummersbach und Br?gge zu bewerkstelligen ist, das blieb bei dem Treffen auf Einladung des Aktionsb?ndnisses Volme-Agger-Bahn
noch offen.

Die Stadt Meinerzhagen hat gro?es Interesse am G?terverkehr auf der Schiene. Sie will sich strategisch wichtige Fl?chen
sichern. „Wir stehen mit der Fl?chenentwicklungsgesellschaft der DB AG in Verhandlungen“, sagte B?rgermeister Erhard
Pierlings. Zu diesen Fl?chen z?hlt der derzeitige Verladeplatz in Scherl. „Diese Fl?chen m?chten wir erwerben.“ Hier k?nnten
innovative Umschlagtechniken ausprobiert werden. Als Eigent?mer habe die Stadt dann alle M?glichkeiten der Gestaltung. „Als
Kommune sind wir nat?rlich sehr stark daran interessiert, unserer Bev?lkerung und der heimischen Wirtschaft die bestm?gliche
Infrastruktur zu bieten.“ Dazu z?hlten nat?rlich Personen- und G?terverkehr auf der Schiene. Ein Wirtschaftsraum wie das
obere Volmetal brauche ganz einfach Schienenverbindung in die Ballungsr?ume, unterstrich der Meinerzhagener
SPD-Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Gerd Wirth. Aus „diesem Grund habe er sich
f?r die Reaktivierung der Bahnstrecke Gummersbach-Br?gge so stark gemacht; Personen- und G?terverkehr seien allerdings zwei
verschiedene Paar Schuhe. Der Personenverkehr werde mit Zusch?ssen unterst?tzt. „Und zwar jeder Personenkilometer im Durchschnitt mit 7,50 Euro“, sagte Wirth. Zusch?sse f?r den G?terverkehr seien allerdings Fehlanzeige. „Da geht alles ?ber den Preis. Wir fahren bis nach Scherl und bis nach Krummenerl, solange wir dort
Kunden haben“, betonte Wolfgang J. Reese, Regionalbereichsleiter von Railion Deutschland (fr?her DB Cargo) in Hagen. Er rechnet mit einer Verdoppelung der Tonnen-Kilometerleistung bis zum Jahr 2015.
Die L?sung der sich abzeichnenden Verkehrsprobleme und Impulse f?r den G?terverkehr sahen die Podiumsteilnehmer, darunter
auch Manfred Pietschmann (Pressesprecher der Deutschen Bahn AG), Rolf Schupp (Gesch?ftsf?hrer der H-Bahn in Dortmund), Norbert Schilff (Betriebsratsvorsitzender DB Regionalnetz Bergisch-M?rkisches Land) und Olaf Peters (Aktionsb?ndnis Volme-Agger-Bahn) im kombinierten Verkehr Stra?e/Schiene. Dieses System lie?e sich auch in der Region ausbauen. Die notwendigen Optionen seien im bergisch-m?rkischen Raum erhalten geblieben. Was fehle, seien die Kunden.

Dazu gab es Wortmeldungen, darunter die eines Kiersper Spediteurs, der die Zusammenarbeit mit der Bahn aufgrund schlechter
Erfahrungen aufgegeben hat. Einen aus seiner Sicht praktikablen Vorschlag machte Norbert Schliff. Die gro?e Bahn solle im
G?terverkehr die Fernstrecken bedienen. In der Region sollten kleinere Unternehmen die G?terstrecken ?bernehmen und betreiben.
„Bei fairen Regeln, die f?r alle gelten, k?nnte das funktionieren.“

Quelle: Allgemeiner Anzeiger


Schleifkottenbahn: Neue Jobs in Nachbarort statt in Halver?

Gesellschaft richtet eigenes B?ro ein – Bahngel?nde: Noch keine Bewegung

HALVER(rk) Keine Bewegung am Bahngel?nde. Vor Jahresende ist nicht mit weiteren Entscheidungen zur Nutzung des Gel?ndes zu
rechnen. Das erfuhr die WR auf Anfrage bei der Bahnfl?chen-Entwicklungsgesllschaft NRW (BEG). „Bis Ende September“, so
Volker Nikolaus von der BEG, „sollen die Anforderungen f?r die Machbarkeitsstudie vorliegen. Darin sollen die verkehrlichen
Belange untersucht werden. Mit der Studie sollen die „verschiedenen Vorstellungen der Beteiligten unter einen Hut gebracht
werden“. Die BEG sieht ihre Aufgabe darin, diese Interessen zu koordinieren.
Der Schleifkottenbahn ist daran gelegen, den Betrieb aufzunehmen. Immer noch umstritten ist zwischen Bahngesellschaft und
Stadt Halver, welche Fl?chen daf?r n?tig sind. Das die Gleise in Richtung Hagedornstra?e verschwenkt werden und die Anbindung
von dort aus erfolgt, favorisieren inzwischen beide.

Beide schieben sich die Verantwortung daf?r zu, dass es nicht vorw?rts geht. F?r Friedrich-Wilhelm Kugel ist klar, dass
Verwaltung und Politik im Bremserh?uschen sitzen. Einerseits werde immer ‚pro Bahn‘ argumentiert, andererseits werde nichts
unternonmmen, um die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene auch zu forcieren.
Kugel: „Wir wollen Arbeitspl?tze schaffeh und neue Technologien hier nutzbar machen. Die Politik rede nur. Kugel hat ein
dreistufiges Konzept „G?ter in der Region auf die Schiene“ vorgelegt. Um dieses umzusetzen, will die Schleifkottenbahn in
K?rze ein eigenes B?ro einrichten. Ein Fach-Ingenieur werde kurzfristig eingestellt, so Kugel.
Der soll die Umsetzung der Pl?ne vorantreiben. Kugel: „Es muss ein Konzept erarbeitet werden, wie die Anbindung der
Hagedornstra?e erfolgen kann, wie die Schienen dorthin verschwenkt werden k?nnen. Es macht ohnedies keinen Sinn zu
investieren.“ Den Gesch?ftsf?hrer der Schleifkottenbahn ?rgert es zudem, das die Hallen der ehemaligen Metall und Recycling AG
„Hals ?ber Kopf abgerissen worden sind“.

Kurzfristiges Ziel ist es, einen Zubringerverkehr zu den Terminals in Hagen und K?ln samt weiterer regionaler Umschlagpunkte
aufzubauen. Der G?terumschlag soll mit dem von Kugel entwickelten Container-Lift erfolgen. Entsprechendes Kundeninteresse sei
vorhanden. Damit, so Kugel, k?nnten auch v?llig neue Arbeitspl?tze geschaffen werden.
Wo die entstehen, lie? er offen. Das B?ro der Scnleifkottenbahn, bisher ein Halveraner Unternehmen, k?nnte k?nftig auch in
Kierspe, Meinerzhagen oder andernorts stehen – und damit die Arbeitspl?tze. Kugel entschlossen: „Das kommt darauf an, welche
Kommune dies unterst?tzt. Aufgeben will er die Ziele f?r Halver allerdings nicht. Langfristig visiert er f?r die
Schleifkottenbahn Personenverkehr auf der Strecke Halver-Oberbr?gge und weiter nach L?denscheid an. Aber auch davor stehen
b?rokratische H?rden. Ohne eine treibende Initiative der betroffenen Kommunen w?rde der die Stra?en entlastende
Schienenverkehr nicht von alleine in die Region kommen.

Quelle: WESTF?LISCHE RUNDSCHAU


Die Weichen sind gestellt für Reaktivierung der Bahn

Gut besuchte Podiumsveranstaltung des „Aktionsb?ndnisses Volme-Aggerbahn“ in der Stadthalle. Stadt will Fl?chen in Scherl f?r m?glichen G?terumschlag sichern

MEINERZHAGEN (AS) Ganz sch?n unter Dampf standen die sieben Teilnehmer der Podiumsdiskussion, die am Dienstagabend in der Stadthalle das Thema „Reaktivierung der Bahnverbindung Br?gge-Gummersbach – eine Chance auch f?r innovativen G?terverkehr auf der Schiene“ er?rterten. Ausgerichtet vom Aktionsb?ndnis Volme-Aggerbahn, unterst?tzt von der MZ und moderiert von Lokalchef Horst vom Hofe, trafen die mit gro?em Engagement vorgetragenene Beitr?ge auf ein erkennbar sachkundiges Publikum. Von den rund 80 Zuh?rern, darunter Kommunalpolitiker wie die B?rgermeister von Kierspe, Gummersbach und Halver, sowie Unternehmer und interessierte B?rger, brachten sich etliche mit Wortmeldungen in die Diskussion ein.

Dabei ging es nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wann“ und „Wie“ die Bahn kommt. In der Zielsetzung waren sich alle einig. Das Eisenbahnbundesamt baue zwar H?rden auf, klagten die Pragmatiker. Bahn AG-Pressesprecher Manfred Pietschmann sah die Bremser aber woanders. Er redete Tacheles: „Die Flaschen sitzen im Bundestag!“

„111 Jahre ist es her, dass das Volmetal an das Schienennetz angeschlossen wurde“, erinnerte Diskussionsleiter Horst vom Hofe. „Das hatte Firmengr?ndungen zur Folge und Zukunftsperspektiven.“ Die sieht das aus Fahrgast- und Umweltverb?nden, Eisenbahnbetrieben und Wirtschaftsunternehmen 1999 gegr?ndete Aktionsb?ndnis noch heute, weshalb dessen Vertreter Olaf Peters den Einsatz von MdL Gerd Wirth f?r die Sache besonders w?rdigte. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion sieht im „starken Wirtschaftsraum Oberes Volmetal/Oberbergischer Raum“ die f?r eine Reaktivierung der Strecke n?tigen Voraussetzungen gutachterlich best?tigt: „Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben, das Vorhaben wird priorit?r behandelt.“ Eine erhebliche Steigerung hinsichtlich Mobilit?t und Individualverkehr, die mit einer Zunahme um 60 Prozent beim G?terverkehr noch dramatischer ausfalle, sei in der Zukunft auch f?r das hiesige Einzugsgebiet mit rund 60 000 Menschen zu erwarten. Ausschlaggebend f?r Akzeptanz und Nachfrage beim Schienenverkehr seien aber das Preis-Leistungsverh?ltnis und die Zuverl?ssigkeit.

„Bis Marienheide f?hrt sie schon“, sieht Manfred Pietschmann, Pressesprecher der Deutsche Bahn AG, den Anfang gemacht. Die Regionalstrecken, wolle man sie „am Netz behalten“, m?ssten durch Modernisierung produktiver gemacht werden. Man unterliege Wettbewerbszw?ngen. F?r Erneuerungen bed?rfe es pr?ziser Vorgaben und einer politischen Weichenstellung. Es gelte, die Marktwirtschaft im Verkehr einzuf?hren. „Ganz Europa droht der Verkehrsinfarkt“, so der Fachmann. „Wir brauchen eine andere Verkehrspolitik.“

„Wir haben ein gro?es Interesse daran, unsere kommunale Infrastruktur zu verbessern“, betonte B?rgermeister Erhard Pierlings. Intelligente Angebote seien vonn?ten, um Schiene und Stra?e zusammenzubringen. Meinerzhagen habe das Speditionsgewerbe schwerpunktm??ig angesiedelt; da habe eine Firma sogar selbst einen Gleisanschluss realisiert. „Wir sind mit der Bahnfl?chenentwicklungsgesellschaft in Kontakt, um als Kommune in Scherl Fl?chen zu erwerben und diese f?r innovative G?terumschlagstechniken bereitstellen“, so Pierlings.

Wolfgang J. Reese, Regionalbereichsleiter f?r „Railion Deutschland“, Ladungsverkehr, stellte das Unternehmen als Spedition („haben Schenker gekauft“) mit eigener Eisenbahn vor und bis 2015 eine Verdoppelung der Tonnen-Kilometerleistung in Aussicht. Zunehmen w?rden auch die Transportweiten. „Wir fahren noch bis Krummenerl und Scherl, solange noch wie wir die Kunden dort haben“, f?hrte er beispielhaft daf?r an, dass die Mengen entscheidend sind. In einer Kombination der „arteigenen Vorteile“ von Lastwagen und G?terbahn liege „die Chance des Verkehrs“; mit Hagen als Containerumschlagplatz. Man m?sse „mit der ans?ssigen Wirtschaft vern?nftig reden k?nnen“.

Norbert Schilff, Betriebsratsvorsitzender DB-Regionalnetz Bergisch-M?rkisches Land, Transnet, erkl?rte, dass es in eben diesem Bereich nur Nebenstrecken gebe, „wo sich 80 Jahre nichts getan hat“. In den letzten 25 Jahren gebe es bei der Bahn nur R?ckzug; „200 000 Stellen wurden abgebaut, wenngleich sozialvertr?glich.“ Der Gewerkschafts- und Arbeitnehmervertreter begr??te die Reaktivierung des Personen- und G?terverkehrs, wobei eine Aufteilung in regional und ?berregional sinnvoll sei. „Mehr Arbeitspl?tze wird es bei der Bahn aber nicht geben, eher weniger.“ Er forderte den „Wettbewerb zu fairen Bedingungen, die f?r alle gelten. Wildwest bei der Bahn, mit uns nicht!“ Rolf Schupp, Gesch?ftsf?hrer H-Bahn-Gesellschaft, sah Meinerzhagen-Scherl als den von ans?ssigen Unternehmen gew?nschten Umschlagplatz f?r G?ter und die Vollautomatisierung als Zukunftstechnik der G?terbahn: „Vom Cargo Sprinter zum Cargo Mover, also fahrerlos.“

„Wir brauchen Schienen und Anschl?sse, wir brauchen sie jetzt, wir k?nnen nicht mehr warten“, richtete Gummersbachs B?rgermeister Paul Gerhard Schmitz den dringenden Appell an die Akteure. „Die Gegner werden das bis sp?testens 2012 merken, wenn sie nur noch im Stau stehen.“

Die Eisenbahnverbindung Gummersbach-Br?gge, somit bis nach K?ln, werde bis sp?testens 2006 „stehen“, so die Prognosen. Warum geht’s nicht schneller?

Den Einwand, die Bahn?berg?nge zu beschranken erfordere ein langes Procedere, lie? Pierlings nicht gelten. Baudezernent Gerd Schriever f?hrte aus: „Wir sind l?ngst im Gespr?ch mit den privaten Eigent?mern, wir k?nnen das forcieren.“ Die eingleisige Streckenf?hrung erm?gliche durchaus eine parallele Abwicklung von Personen- und G?terverkehr, stellte Erhard Pierlings klar. Und konkrete ?berlegungen gebe es bereits zum Stellplatzangebot der Firma Fuchs sowie zum Parkplatzbedarf potentieller Bahnkunden. „Wir w?ren nicht in Meinerzhagen, wenn wir uns dazu nicht schon konkrete Gedanken f?r eine bedarfsgerechte L?sung gemacht h?tten.“

Quelle: M?rkischer Zeitungsverlag


Strecken-Reaktivierung: Chance für Güterverkehr

„Aktionsb?ndnis Volme-Aggerbahn“ und MZ laden die ?ffentlichkeit zu einer Podiumsdiskussion ?ber die M?glichkeiten des
Schienenverkehrs ein

MEINERZHAGEN – Zwischen Meinerzhagen und Marienheide laufen die Ausbauarbeiten am Bahngleis und der Ausbau verschiedener
Bahn?berg?nge auf Hochtouren. Sp?testens 2005 wird es wieder m?glich sein, mit Personenz?gen vom M?rkischen zum
Oberbergischen Kreis und weiter nach K?ln zu fahren. Damit werden nicht nur die Bahnh?fe in Meinerzhagen, Kierspe und Halver-
Oberbr?gge wiederbelebt, es ergeben sich dar?ber hinaus vielf?ltige Chancen f?r einen attraktiven Schienenverkehr im
m?rkischen S?dkreis.

Das Aktionsb?ndnis „Volme-Agger-Bahm“ veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Meinerzhagener Zeitung am Dienstag,
dem 16.September, 19 Uhr, in der Stadthalle Meinerzhagen eine ?ffentliche Diskussions- und Informationsveranstaltung zum Thema
„Reaktivierung der Bahnverbindung Br?gge-Gummersbach. Eine Chance f?r innovativen G?terverkehr auf der Schiene“. Unter der
Moderation von MZ-Lokalchef Horst vom Hofe werden als Forumsteilnehmer dabei vertreten sein: Dieter Ackermann,
Niederlassungsleiter der Spedition Exel in Meinerzhagen, der Meinerzhagener B?rgermeister Erhard Pierlings, Manfred
Pietschmann (Pressesprecher der Deutschen Bahn AG aus Essen), Rolf Schupp (Gesch?ftsf?hrer der H-Bahn-Gesellschaft aus
Dortmund), Gerd Wirth (SPD-Landtagsabgeordneter und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion aus Meinerzhagen),
Norbert Schillf (Betriebsratsvorsitzender DB-Regionalnetz Bergisch-M?rkisches Land, Transnet) sowie vom Aktionsb?ndnis
Volme-Agger-Bahn Olaf Peters.

Worum es mit dieser Veranstaltung unter anderem gehen soll, beschreibt das Aktionsb?ndnis wie folgt: „W?hrend es andernorts
schon sehr positive Erfahrungen mit Streckenreaktivierungen im Personenverkehr gibt, fehlt noch immer der Durchbruch im
regionalen G?terverkehr auf der Schiene. Wir meinen, dass gerade in einer Region, in der erfolgreiche Unternehmen der
Schienenverkehrstechnik ihren Sitz haben, die besten Voraussetzungen gegeben sind, Modelle f?r innovativen und
wirtschaftlichen Schieneng?terverkehr zu entwickeln und zu realisieren. Mit dieser Veranstaltung m?chten wir unterschiedliche
Akteure bitten, die technologischen M?glichkeiten, die unternehmerischen Interessen, die politischen Rahmenbedingungen und
gegebenenfalls entsprechende ?nderungsaufgaben sowie regionale Ansatzpunkte darzustellen und zu diskutieren.“
Das Aktionsb?ndnis „Volme-Agger-Bahn“ wurde Ende 1999 von Vertretern aus Fahrgast- und Umweltverb?nden, Eisenbahnbetrieben,
regionalen Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen gegr?ndet. Es hat zum Ziel, die Reaktivierung der Eisenbahnverbindung
Br?gge – Gummersbach mit Ideen und Konzepten zu unterst?tzen. In einer Info ?ber das B?ndnis hei?t es: „Vor allem m?chten wir
die Chancen f?r die Menschen und die Betriebe der Region, die die Infrastruktur Schiene als Alternative zur Stra?e bietet,
verdeutlichen. Dazu ben?tigen wir die Unterst?tzung der B?rgerinnen und B?rger unserer Region, die bereits in der
Planungsphase mithelfen k?nnen und sollen, damit die Bahn nicht an ihren W?nschen und Bed?rfnissen vorbeif?hrt. Es bedarf
aber auch kommunaler Aktivit?ten, um Fl?chen f?r innovative G?terumschlagstechniken bereitzustellen, die Bahnh?fe und ihre
Umgebung st?dtebaulich aufzuwerten, den Reisenden Wohlgef?hl und Sicherheit zu geben, aber auch, um Besuchern einen
attraktiven Empfang im jeweiligen Ort zu bereiten.“

Information: Aktionsb?ndnis Volme-Agger-Bahn, c/o Christoph Riedel, Im Winkel 42a, 58509 L?denscheid, Telefon (02351) 61929,
E-Mail: Christoph.Riedel@t-online.de

Quelle: WESTF?LISCHE RUNDSCHAU


Bestandsgarantie für alle Nebenstrecken bis 2020 / DB AG investiert in den nächsten Jahren 150 Millionen…

Deutsche Bahn Netz AG investiert in den n?chsten Jahren 150 Millionen Euro in das regionale Nahverkehrs-Schienennetz Bergisch-
M?rkisches Land

M?rkischer Kreis (vh) Ausnahmsweise kommt die Bahn einmal mit ausschlie?lich guten Nachrichten in den m?rkischen Kreis. Gestern prophezeiten Vertreter der Deutsche Bahn Netz AG die goldene Zukunft f?r den Schienen-Nahverkehr in der neuen Region Bergisch-M?rkisches Land. Rund 150 Millionen Euro sollen in den n?chsten Jahren in Strecken und Anlagen verbaut werden, um das Schienen- und Anlagennetz wirtschaftlich und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Damit einher gehe eine Bestandsgarantie f?r alle nahverkehrsstrecken bis zum Jahre 2020. Bahn-Pressesprecher Manfred Pietschmann:“Das Damoklesschwert der Streckenstillegung ist weg, stattdessen investieren wir richtig viel Geld in die Zukunft der Bahn in der Region.“

Um das ‚viele Geld‘ wirtschaftlich so effizient wie m?glich einsetzen zu k?nnen, hat die Bahn in Nordrhein-Westfalen drei regionale Netze geschaffen und sie mit einem wirtschaftlich autonomen Regionalnetzleiter versehen. Das Regionalnetz Bergisch-M?rkisches Land ist mit 477 Kilometern Nebenstrecken das gr??te im Land, besch?ftigt sind zum Bau und Erhalt von Schienen,
?berg?ngen und Stellwerken derzeit noch 220 Mitarbeiter. Chef des Regionalnetzes ist Dieter Finger. Er ist zusammmen mit seinem Chef Jan L?nemann und dem Leiter des Anlagenmanagements Heinrich Segbers angetreten, bis zum Jahre 2006 die schwarze Null zu schreiben. Bis 2010 sollen alle Strecken saniert sein.

Ein hehres Ziel bei insgesamt 3600 Bauwerken im Regionalnetz, die Finger unterhalten mu?: B?schungen, Durchl?sse, ?berg?nge, Tunnel und Kreuzungen. Finger:“Das ist im bergigen Gel?nde hier schon gewaltig.“ Bis 2004 wird die Bahn unter anderem den
Oberbau (Schotter,Schwellen,Schienen) von rund 84 Kilometern Strecke erneuern. In den Folgejahren werden dann j?hrlich rund 20 Kilometer Gleise im Regionalnetz erneuert.

Das Netz umfa?t folgende Strecken: Obere Ruhrtalbahn, H?nnetalbahn, Schwerte-Iserlohn-Letmathe, Finnentrop-Olpe, Kreuztal-Bad Berleburg, Betzdorf-Haiger, Dortmund-Hagen Vorhalle, Hagen-Meinerzhagen-Gummersbach-Overath, Br?gge-L?denscheid und
Meinerzhagen-Krummenerl.
Noch sind 33 Stellwerke mit Personal besetzt. Das Netz hat jetzt noch 33 besetzte Stellwerke, die nach und nach ohne Personal auskommen werden. Denn die technische Aufr?stung auf der einen Seite bedeute auch Personal-Reduktion. Von den jetzt 220 Mitarbeitern werden am Ende nur noch die H?lfte ?brig bleiben. Finger:“Bei der Altersstruktur ist der sozialvertr?gliche Abbau kein Problem. Entlassen wird niemand.“

Pressesprecher Pietschmann bringt den heutigen Standpunkt der Bahn drastisch auf den Punkt:“Auf den Nebenstrecken ist f?nfzig Jahre nichts gemacht worden, wir fahren hier h?chst defizit?r.“ Und Jan Segbers:“Hier fahren wir bislang auf dem
Zahnfleisch.“ Nur wenn investiert werde, k?nne in naher Zukunft wirtschaftlich gefahren werden.
Doch das k?nne die ‚gro?e schwere Bahn‘ nicht gut, deshalb seien Regionalnetze gebildet worden, um die Bundes- und Landesmittel sowie eigenes Geld zu investieren. Chef Jan L?nemann:“Das geht nur mit einer ganz schlanken Verwaltung und viel neuer Technik.“ Die Refinanzierung der Netz-Gesellschaft erfolgt ?brigens ?ber die sp?teren Netzbetreiber. 3,65 Euro pro standardisiertem Schienenkilometer bekommt die Netz AG vom Verkehrsbetrieb – egal ob es eine Bahngesellschaft oder ein Fremdbetreiber ist.

Quelle: L?denscheider Nachrichten


Vorsichtig Strecke abgefahren / Gestern rollte die Regionalbahn nach Marienheide und weiter bis Oberbrügge

Gummersbach/Marienheide(gs)- Am Vormittag noch schwei?ten die Gleisarbeiter mit viel Rauch und 2200 Grad die Schienen zusammen, am Nachmittag h?rte man in der Gummersbacher Innenstadt zum ersten Mal den rollenden roten „Talent“, der dr?hnend ?ber den Viadukt am Steinm?ller-Gel?nde fuhr. Mit Wolfgang Gro?, dem Betriebsleiter der DB Regionalbahn Rheinland, gingen Lokf?hrer, Techniker, Planer und Sicherheitspersonal gegen 15 Uhr auf die seit dem 1. Juni 1986 stillgelegte Bahnstrecke in Richtung Marienheide. In einem Kraftakt waren die zugewachsenen Gleise dieses ersten Teiles der Volme-Agger Bahn in den letzten Wochen abgebaut und erneuert worden.

Im Schneckentempo fuhr der blank geputzte Talent ?ber Windhagen, Kotthausen nach Marienheide. „Wir rechnen immer noch mit den Fu?g?ngern, die nach wie vor auf den Schienen die Abk?rzung nach Kotthausen nehmen“, so Gro?. Und tats?chlich liefen ein paar Unentwegte auf den Gleisen – ein Sache der Gewohnheit nach fast 16 Jahren ohne Bahn.

„Die Signalanlagen arbeiten einwandfrei“, stellten die Leute von Bau und Bahn an den Kreuzungspunkten fest. Noch m?ssen die dicken Kabel f?r diese Anlagen in Kabelsch?chten verlegt werden.

Premiere auch in Marienheide am neuen Bahnsteig, der mit Zugang zum Busparkplatz aus dem Boden gestampft worden war. Der alte Bahnsteig ist eigentlich tabu f?r die Fahrg?ste, denn der Eigner des alten Bahnhofsgel?ndes, Paul K?ser, bef?rchtet, das die Bahnbenutzer die Parkpl?tze f?r die Verbraucherm?rkte belegen. ?ber eine Einigung wird mit der Gemeindeverwaltung noch verhandelt. Eine totale Absperrung des alten Bahnsteigs ist aber nicht m?glich: Wegen des Brandschutzes mu? eine breite L?cke offen bleiben. „Das alles mu? noch zugangsfreundlicher werden“, meinte Betriebsleiter Gro?.

Und weil die Bahnfahrt bei strahlendem Wetter so gut lief, wurde gleich der n?chste Streckenabschnitt bis nach Oberbr?gge mitgetestet. Erstaunt verfolgten die Autofahrer auf der Landstra?e 306 bei Holzwipper, wie der rote Zug ?ber die alte Br?cke fuhr. In B?rlinghausen steht bereits ein Warnschild „Vorsicht! Fahrender Zug“.

Quelle: K?lner Stadt-Anzeiger


Streckenumbau Volme-Agger Bahn: Am Aschermittwoch soll es los gehen

Gummersbach/Marienheide (gs) Die DB Netz beginnt mit dem Umbau der Bahnstrecke Gummersbach-Marienheide.
Jetzt kann nur noch der Winter einen Strich durch die Zeitrechnung machen: Anfang M?rz, am Aschermittwoch, will die DB Netz mit den Materiallieferungen f?r die Reaktivierung der Bahnstrecke beginnen. Schon eine Woche sp?ter geht es los mit den Bauarbeiten. Wer bisher immer mal ein Auge warf auf die zugewachsene, acht Kilometer lange Strecke, konnte in den letzten Wochen Bauleute auf den Schienen beobachteten, die sich f?r die Kalkulation ?ber den aktuellen Zustand der Strecke informierten. Gestern setzten sich auch zum ersten Mal die an der Reaktivierung Beteiligten beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg zusammen, um Strategien zur Vermarktung der Strecke Gummersbach-Marienheide zu entwickeln. Bereits Ende Februar soll das n?chste Treffen mit konkreteren Pl?nen f?r die Information der B?rgerschaft in Gummersbach und Marienheide stattfinden. Auch der VRS geht davon aus, dass am Karfreitag, 18. April, die Bahn nach Fahrplan in Richtung Marienheide rollt.
In der Zwischenzeit gilt es auch zu kl?ren, wie und wo die Fahrg?ste in Marienheide aus- und einsteigen k?nnen. Denn das Bahnhofsgel?nde mitsamt dem ehemaligen Bahnsteig befindet sich im Besitz von Investor Paul K?ser. Nach ersten Gespr?chen mit der Marienheider Verwaltung bef?rchtete er, dass die Stellpl?tze der inzwischen angesiedelten Lidl- und Rewe-M?rkte durch die Bahnbenutzer blockiert werden. ?Wir haben eine Zusage auf Widerruf gegeben, m?chten aber zuerst die Planungen f?r die Reaktivierung des Bahnsteigs sehen?, sagte K?ser gestern. ? Das Land wird das Projekt doch nicht am Bahnsteig scheitern lassen.? Inzwischen habe die Verwaltung signalisiert, dass sie f?r das Bahnsteiggel?nde die Parkraumbewirtschaftung ?bernehmen wolle, um die Dauerparker fern zu halten. K?sers Vorschlag: ?Hinter der Br?cke, ?ber die die Bundesstra?e 256 f?hrt, gibt es gen?gend Parkraum f?r die Bahnbenutzer.? Er sei zuversichtlich, dass man sich einigt: ?Die Bahn mit Anbindung nach K?ln ist eine tolle Chance f?r Marienheide.?

Quelle: K?lner Stadt-Anzeiger


‚Intelligenter‘ Zug der Zukunft steuert sein Ziel automatisch an / Präsentation für Bahnexperten bei Siemens

Halver (rk) Wer auf die Schiene setzt, gewinnt die Zukunft. Ein engagierter Vortrag pro Bahn und stillschweigende Zustimmung im Auditorium. Etwa 50 Zuh?rer sitzen im Pr?fcenter Wegberg-Wildenrath der Siemens AG. Sie informieren sich ?ber Bahnkonzepte von morgen, die bereits heute realisierbar sind.

Organisiert haben die Tour Friedrich-Wilhelm Kugel, Gesch?ftsf?hrer der Schleifkottenbahn in Halver, und das Aktionsb?ndnis Volme-Agger-Bahn. „Enorme Chancen, k?nftige Probleme mit der Bahn l?sen zu k?nnen“ skizziert mit einer PC-Pr?sentation Torsten Dellmann, Leiter des Instituts f?r Schienenfahrzeuge an der TH Aachen. Bis 2020 werde der G?terverkehr auf den Stra?en stark ansteigen.

Mit den Beitrittsl?ndern aus dem Osten und deren Lkw-Flotten nehmen Preis-Dumping und verstopfte Stra?en zu, prognostiziert der Professor im Multimedia-Vortragsraum des Pr?fcenters. Abhilfe k?nne nur die Schiene bringen. Und die werde in 20 Jahren eine Frachtsteigerung von 70 Prozent erleben – mit Fracht von T?r zu T?r. Friedrich-Wilhelm Kugel h?rt entspannt zu. Er sieht sich best?tigt, das mit modernen Konzepten auch eine alte Technik wie die Bahn morgen noch interessant ist. „Dynamische Routenplanung“, stellt der Aachener Professor vor. Dazu Fahrzeuge mit „Eigenintelligenz“. Es werde Logistik-Koordinatoren auf elektronischen Marktpl?tzen geben. Der Kunde gebe Ziele vor. Und auf dem Marktplatz suchten die Koordinatoren die g?nstigsten Anbieter. Kleine Unternehmen k?nnten der Bahn auf Zubringerstrecken Konkurrenz machen. Mit technischen Mitteln k?nne man alles f?r die Schiene und eine umweltgerechte Gesellschaft tun, meint Dellmann: „Es ist alles da.“

LaserScanner tasten Streckenprofil ab

Die 50 Zuh?rer, davon etwa die H?lfte aus Halver, einige aus der Partnerstadt Hautmont, k?nnen sich ansehen, was Dellmann
meint. Franz Mairhofer, Projektleiter f?r den CargoMover bei Siemens stellt das „Fahrzeug mit Eigenintelligenz“ vor. Es
verkn?pft Schiene und Stra?e, ist ohne Fahrer unterwegs und „kommt bis 30 km/h sicher vor jedem Hindernis zum Stehen“, schw?rmt der Techniker.

Mit dem CargoMover seien dichtere Zugfolgen m?glich, eine bessere Auslastung der Strecken. Mairhofer:“Menschliches Versagen
gibt es nicht mehr.“ Die Funktion des ?berwachens, Beobachtens, Eingreifens ?bernimmt die Technik. F?nf Laser-Scanner, zwei Radar-Sensoren und eine Video-Kamera tasten das Strecken-Profil ab. Es ist zugig an der Strecke. Ein paar Hagelk?rner fallen. Alle stehen und warten auf den CargoMover, der sich hupend und blinkend dem Beobachtungsstand auf der Teststrecke n?hert. Ein Fotograf tritt auf die Gleise, will das Fahrzeug von vorn kriegen. Der Wagen stoppt sofort. An einem seitlichen Panel tippt ein Mitarbeiter Mairhofers das Ziel ein. Blinkend und hupend setzt sich der Cargo-Mover in Bewegung, steuert das „Ziel 3“ an.

Die Besucher dr?ngen wieder in den Seminarraum, vorbei an Z?gen aus Frankreich, am ICE oder einer Bahn aus Kuala Lumpur. Sie alle werden in Wegberg-Wildenrath getestet. „Das modernste Testzentrum in H?nden der Industrie“, erl?utert dessen Leiter
Engemann. 95 Millionen Euro wurden investiert – mit Hilfe des Landes NRW. Entwicklungen sollen schneller f?r den t?glichen Einsatz verf?gbar sein.

Ausland offenbar innovativer

Viele verstehen nicht, das das Land das Bahnkompetenzzentrum f?rdert, aber die Politik Hindernisse f?r die Modernisierung
der Bahn nicht aus dem Weg r?umt.

Trotz der optimalen Bedingungen dr?ngt auch der „Vater“ des CargoMover auf den praktischen Einsatz. Franz Mairhofer fordert, nachzudenken, ob man nicht „alte Betriebskonzepte ?berdenken mu?“. Er k?nnte sich den Test des automatischen Zuges in „geschlossenen Systemen“ vorstellen. Betriebsbahnen etwa… oder auf Strecken, wo die Zulassung kein Problem ist. Einig sind sich alle: „Wir brauchen ein interessantes Pilotprojekt.“ Und wenn die deutschen Beh?rden oder die Bahn zu unflexibel sind, dann eben woanders. Siemens ist ein Global Player. Franz Mairhofer w?rde seinen Zug auch in Italien oder der Schweiz fahren lassen. „Vielleicht gibt es L?nder, die innovativer sind als Deutschland“, meint er.

Viel Optimismus, was technische M?glichkeiten und k?nftige Chancen der Bahn angeht. Einer, der die Bahn kennt, m?chte diese Einstellung gerne teilen. Frank Prescha, Projekt-Manager bei der Bahn-Tochter DB Consult, sieht mit dezentralen Konzepten die Interessen der DB Cargo tangiert. Die setze auf Fernstrecken. Aber auch er bedauert das Bahnsterben in der Fl?che. „Da geht
viel den Bach runter, was man mit Steuergeldern gebaut wurde und was man nutzen k?nnte.“ Eine neue Denke muss her. Dar?ber sind sich alle im Seminarraum einig. „Nachdenken, ob man nicht alte Betriebskonzepte ?berdenken mu?.“ Da stimmen sie Franz Mairhofer zu. Denn: Was aus Sicht der Bahn betriebswirtschaftlich sinnvoll sein mag, nur gro?e Strecken zu bedienen, erscheint verkehrspolitisch h?chst fragw?rdig.

Quelle: WESTF?LISCHE RUNDSCHAU


Gesucht: Teststrecke für führerlose Güter-Bahn / Im Volmetal könnte neues Zugsystem erprobt werden

Halver (rk) Container rollen wie von Geisterhand bewegt ?ber Schienen. Im Bahn-Pr?fzentrum Wildenrath zeigt Projektleiter Franz Mairhofer, wie der G?tertransport schon bald abgewickelt werden k?nnte: mit intelligenten, selbst fahrenden Einheiten. „Eine ?nderung der Betriebskonzepte auf der Schiene ist generell n?tig“, meint Mairhofer. Neue Chancen, mehr G?ter auf die Gleise zu bringen, gebe es nur mit innovativen Konzepten. Das f?hrerlose Fahren sehen Beh?rden kritisch, es funktioniert aber etwa im U-Bahn-Bereich problemlos. Jetzt gelte es, in einem Pilotprojekt die Effektivit?t nachzuweisen. Und das sei auf privaten Strecken einfacher zu erproben – beispielsweise in Halver. Der Siemens-Ingenieur rechnet damit, das das System „CargoMover“ in sp?testens 3 Jahren serienreif ist.

Einfache Z?ge als Zubringer

Darauf hoffen auch private Bahnbetreiber, f?r die gro?e Fahrzeuge, wie die Bahn sie betreibt, nicht lohnen. Sie setzen, wie Friedrich-Wilhelm Kugel, Gesch?ftsf?hrer der Schleifkottenbahn in Halver, auf Flexibilit?t und Rentabilit?t. „Mit dem CargoMover haben wir die Chance, moderne Fahrzeuge zu bekommen“, meint Kugel. Fracht k?nnte wieder auf die Schiene verlagert
werden. Die Bahn m?sse die Blockade der Cargo-Sprinter aufgeben, die sie selbst entwickelt und dann aufs Abstellgleis geschoben hat. Cargo-Sprinter sind einfache offene G?terz?ge, die Container transportieren. F?r schnelle Strecken sind sie nicht, f?r Nebenstrecken wie im Volmetal dagegen gut geeignet. Einen Markt sehen Experten wie Kugel, Siemens-Projektleiter Mairhofer und Torsten Dellmann, Leiter des Instituts f?r Schienenfahrzeuge und F?rdertechnik an der TH Aachen, f?r dieses Konzept. Inzwischen gibt es ?ber 300 private Eisenbahn-Firmen, und die sieht Kugel als Interessenten f?r diese Z?ge. Stillgelegte Trassen zu reaktivieren oder Nebenstrecken zu nutzen als Zubringer zu den Container-Terminals der Bahn – das ist die Idee, die dahinter steckt. Daf?r eignen sich keine schweren Loks und lange Z?ge.

Siemens beklagt B?rokratie

Siemens und private Bahnbetreiber beklagen b?rokratische Hemmnisse, die Innovationen bei Bahnen und beim Betrieb privater Strecken entgegen st?nden. Siemens-Ingenieur Mairhofer glaubt, das sein System technisch ausgereift – und sicher ist: Wenn
ein Mensch den Schienen zu nahe kommt, stoppt der f?hrerlose CargoMover sofort. Ein mehrfach ausgelegtes Sicherungssystem aus
Sensoren, Video-Kameras und Lasern ?berwacht den Schienenraum und stoppt das Fahrzeug, sobald ein Hindernis auftaucht.

Mairhofer m?chte die automatisch fahrenden und auf bestimmte Ziele programmierbaren CargoMover schnell in der Praxis testen, wenn nicht hier, dann im Ausland. F?r den global agierenden Konzern ist das offenbar kein Problem. „Vielleicht sind andere L?nder innovativer“, meint Mairhofer. F?r Bahn-Enthusiatsten w?re das eine verpasste Chance, G?ter von der Stra?e zu holen.

Quelle: Halveraner Rundschau